Epiphanias IV ist der vierte Sonntag nach Epiphanias. Dieser Tag tritt nur in Jahren mit einem späten Ostern auf.
Es gab ein Epiphanias IV während Bachs erstem Leipziger Zyklus, daher wurde Jesus schläft, was soll ich hoffen?, BWV 81 am 30. Januar 1724 komponiert. Der Text bezieht sich auf die Lesung des Tages aus dem Matthäus-Evangelium, die Stillung des Sturms auf dem Meer von Galiläa.
Die nächste Kantate, Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, BWV 14, wurde am 30. Januar 1735 erstmals aufgeführt, einige Wochen nachdem er das komplette Weihnachtsoratorium erstmals aufführte. Es ist eine Choral-Kantate und eine Ergänzung zum Choral-Kantaten-Zyklus von 1724–1725. 1725 fiel Ostern ziemlich früh (1. April), daher gab es kein Epiphanias IV, was erklärt, warum er in jenem Jahr keine Kantate schrieb. Die Kantate basiert auf einem Lied von Martin Luther aus dem Jahr 1524 und evoziert ebenfalls den Sturm auf dem Meer von Galiläa.
Als Illustration für die Kantaten dieses Tages habe ich Der Sturm auf dem Meer von Galiläa gewählt, ein Gemälde von 1633 von Rembrandt van Rijn (1606–1669). Es ist Rembrandts einzige bekannte Seelandschaft. Dieses Werk befand sich im Isabella Stewart Gardner Museum in Boston. Im März 1990 wurde es zusammen mit 12 anderen Werken aus dem Museum gestohlen, darunter ein Vermeer, ein weiterer Rembrandt, ein Manet und fünf Gemälde von Degas. Bis heute bleibt der Diebstahl ungelöst und die Werke sind noch immer verschollen. Der Vermeer gilt als das wertvollste gestohlene Kunstwerk.