Reminiscere
Sonntag 1 März 2026

2. Sonntag der Fastenzeit oder Reminiscere

Reminiscere ist der 2. Sonntag der Fastenzeit. Wegen des Tempus Clausum, das während seiner produktiven Leipziger Zeit bedeutete, dass es keine Musik in der Messe gab, sind wiederum keine Kantaten für diesen Tag überliefert (ich fürchte, ich werde mich noch bei ein paar weiteren Sonntagen wiederholen müssen).

Ich fülle Ihre Sonntags-Playlist also mit drei weiteren Kantaten auf, deren Anlass oder Uraufführungsdatum unbekannt ist.

Zunächst haben wir Nach dir, Herr, verlanget mich, BWV 150, eine von Bachs frühesten Kantaten aus seiner Zeit als Hoforganist in Mühlhausen, höchstwahrscheinlich geschrieben als Huldigung für oder zum Geburtstag des Bürgermeisters von Mühlhausen, der seine Ernennung unterstützte. Die Verse enthalten ein Akrostichon (der erste Buchstabe jeder Zeile ergibt ein Wort), das lange durch einen Schreibfehler in der Handschrift mit dem Namen des Bürgermeisters verborgen war: Doktor Conrad Meckbach.

Dann haben wir O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe, BWV 34a, eine Hochzeitskantate, von der nur Fragmente erhalten sind, und Helmut Rilling hat die einzige neuere Aufnahme dieser 3 Fragmente. Leider haben Deezer und Qobuz dieses Werk nicht verfügbar, daher habe ich dort O ewiges Feuer, o Ursprung der Liebe, BWV 34 ausgewählt, die Kantate zum Pfingstfest (Pfingsten), die von 34a abgeleitet wurde.

Schließlich Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, BWV 117, eine der etwa zehn Choralkantaten, die Bach in späteren Leipziger Jahren schrieb, um den Choralkantaten-Zyklus von 1724–1725 zu vervollständigen, den er abrupt mit 10 fehlenden Kantaten beendete, höchstwahrscheinlich weil sein Librettist starb. Da die Handschrift die Titelseite vermissen lässt, wissen wir nicht, für welchen liturgischen Sonntag sie bestimmt war, noch in welchem Jahr sie komponiert wurde; höchstwahrscheinlich zwischen 1728 und 1731.

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