Pfingstmontag, der Montag nach Pfingstsonntag, ist der zweite Tag der Pfingsttfestlichkeiten. Drei Leipziger Kantaten für diesen Tag.
Die erste Kantate, Erhöhtes Fleisch und Blut, BWV 173, ist eine Parodie einer früheren Glückwunschkantate, Durchlauchtster Leopold, BWV 173a, die er in Köthen schrieb. Die Parodie ist sehr nah am Original, eine gewisse Ausnahme in Bachs Werk. Im Originalmanuskript schrieb Bach sogar die neuen Worte unter die alten, um die Struktur der Partitur leicht beibehalten zu können. Die Originalversion von 1724 ist verloren, dies ist die Version, die er 1727 erstellte.
Auch hat Gott die Welt geliebt, BWV 68, stammt aus dem Jahr 1725, vom Ende seines zweiten Kantatenzyklus, basierend auf einem Libretto von Christiane Mariane von Ziegler.
Die eröffnende Sinfonia von Ich liebe den Höchsten von ganzem Gemüte, BWV 174, mag vertraut klingen – kein Wunder, sie verwendet Teile des dritten Brandenburgischen Konzerts wieder. Das Manuskript dieser Kantate ist eine Veranschaulichung des Arbeitsdrucks, den Bach auf sich selbst ausübte. Ein Kopist kopierte die eröffnenden Takte aus dem Brandenburgischen Konzert und ließ 5 Takte offen für neue Stimmen, die Bach direkt ins Manuskript schrieb. Ein anderer Kopist vermerkte am Ende der Altistimme „Fine d. 5 Junii 1729. Lipsiae" (vollendet am 5. Juni 1729 in Leipzig), also am Pfingstsonntag, gerade noch rechtzeitig für die Uraufführung des Werkes am nächsten Morgen.