Zum Neujahr schuf Bach 7 Kantaten. Die erste ist Lobe den Herrn, meine Seele, BWV 143, eine frühe Kantate aus seiner Mühlhausen-Zeit. Es bestehen Zweifel, dass diese Kantate tatsächlich von Bach stammt, da es keine Manuskripte in seiner Handschrift gibt. Das älteste Manuskript stammt von 1762, daher bleiben Zweifel bestehen.
Die Zeit, die Tag und Jahre macht, BWV 134a, eine seltene Kantate aus der Köthen-Zeit, diente als Vorlage für seine Ostermontag-Kantate von 1724, Ein Herz, das seinen Jesum lebend weiß, BWV 134.
Singet dem Herrn ein neues Lied, BWV 190, wurde zum ersten Neujahr Bachs in Leipzig, 1724, geschrieben, daher bemühte er sich sehr, eine sehr festliche Kantate zu schaffen. Diese Kantate diente als Quelle für BWV 170 (mit demselben Titel), geschrieben für den zweiten Tag des 200. Jahrestags der Augsburger Konfession (26. Juni 1730).
Der Grund, dass Neujahr ein liturgischer Tag ist, ist die Feier der Beschneidung und Namengebung Jesu (Lukas 2:21), daher verwendet die Kantate Jesu, nun sei gepreiset, BWV 41, dies als Inspiration durch einen Choral in drei Strophen von Johannes Hermann (1591).
Herr Gott, dich loben wir, BWV 16, aus seinem dritten vollständigen Kantaten-Zyklus (1726), bezieht sich wiederum auf eine Feier zum Neujahr.
Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, BWV 171 (1729), behandelt die Namengebung Jesu erneut, ebenso die vierte Kantate des Weihnachtsoratoriums, Fallt mit Danken, fallt mit Loben, BWV 248.