Trinitatis IV ist der 4. Sonntag nach Trinitatis. 3 Kantaten für diesen Tag, eine aus Weimar und zwei aus Leipzig.
Barmherziges Herze der ewigen Liebe, BWV 185, ist eine der etwa 20 Kantaten, die Bach in Weimar schrieb, wo von ihm erwartet wurde, monatlich eine Kantate zu schreiben. Das Libretto stammt vom Hofpoeten Salomon Franck wie mehrere andere Weimarer Kantaten. Sie bezieht sich auf die Evangelienlesung des Tages, die Bergpredigt. Bach führte diese Kantate mindestens einmal mehr in Weimar auf und mindestens zweimal in Leipzig, einschließlich einer Aufführung 1723 an seinem ersten Trinitatis IV.
In dieser anfänglichen Leipziger Periode führte Bach oft zwei Kantaten auf, eine vor und eine nach der Predigt. An jenem Sonntag 1723 wurde BWV 185 nach der Predigt gespielt und wurde von Ein ungefärbt Gemüte, BWV 24, eingeleitet, das für diesen Tag komponiert wurde. Dies ist eigentlich die erste Kantate, die Bach in Leipzig selbst komponierte; für die vorhergehenden Sonntage und Feiertage seit seiner Ernennung führte er Weimarer Kantaten auf, oder im Fall von BWV 75 und 76, zwei Kantaten, die er bereits in Köthen vor seiner Ankunft in Leipzig vorbereitet hatte.
Schließlich ist Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, BWV 177, komponiert 1732, eine Choralkatante, die er schrieb, um seinen Choralkantatenzyklus zu vervollständigen. 1724 fiel Trinitatis IV mit Mariä Heimsuchung zusammen, das wegen seiner Bedeutung den Vorrang als Fest hatte. So füllte er 1732 diese Lücke. Da er in diesen späteren Jahren keinen geeigneten Librettisten hatte, nutzt er oft die Texte des Chorals wörtlich als sein Libretto (dies wird „per-omnes-versus" genannt). Der Choral, auf dem es basiert, wurde 1530 von Johann Agricola (1494-1566) geschrieben.