Trinitatis VII
Sonntag 3 August 2025

Trinitatis VII oder 7. Sonntag nach Trinitatis

Trinitatis VII ist der 7. Sonntag nach Trinitatis. Nicht weniger als vier Kantaten für diesen Tag.

Widerstehe doch der Sünde, BWV 54, ist eine frühe Weimarer Kantate und die älteste erhaltene Kantate für eine Solostimme. Es gibt einige Diskussionen darüber, wann diese Kantate entstanden ist, aber die Texte stammen von Georg Christian Lehms, der die Texte für die 1400 (!) Kantaten von Christoph Graupner (1683-1760) schrieb. Ich muss sagen, dass ich mit Graupners Werk nicht vertraut war, aber man sollte ihn sich näher ansehen, es lohnt sich.

Danach folgen drei Leipziger Kantaten aus den ersten drei vollständigen liturgischen Zyklen. Ärgre dich, o Seele, nicht, BWV 186, basiert auf einer früheren Weimarer Adventskatate (BWV 186a), die verloren ist. Leipzig hielt während der Adventszeit Tempus Clausum ein (keine Musik in der Messe), während Weimar das nicht tat, daher beschloss Bach, das Werk zu erweitern und für einen anderen liturgischen Tag wiederzuverwenden. Eine gute Kantate sollte niemals vergeudet werden.

Was willst du dich betrüben, BWV 107, ist Teil des Choralkantaten-Zyklus von 1724-1725. Sie ist jedoch insofern eine Ausnahme in ihrer Struktur: Fast alle Kantaten dieses Zyklus lassen den Choral, auf dem sie basieren, in der ersten und letzten Bewegung unverändert, mit anderen Arien und Rezitativen dazwischen. Diese Kantate BWV 107 verwendet jedoch die „per-omnes-versus"-Struktur: Der Text des Chorals bleibt unverändert. Dies ist eine ältere Arbeitsweise, und Bach verwendete sie in frühen Werken. Er verwendete sie auch später, wenn er sich nicht auf einen guten Dichter für ein Libretto verlassen konnte, aber es bleibt ein Geheimnis, warum er sie hier verwendete. Der Choral basiert auf dem evangelischen Text der Speisung der Fünftausend mit Broten und Fischen.

Nach seinem Start als Thomaskantor im Jahr 1723 schrieb Bach etwa 150 Kantaten in wöchentlichem Rhythmus, bis zum Frühjahr 1726, als er ganz aufhörte, um dann später wieder zu beginnen, aber in einem langsameren Tempo. Es wartet alles auf dich, BWV 187, stammt aus jenem Sommer 1726. Sie ist Teil einer Serie von sieben Kantaten, die Bach mit Texten schrieb, die sein Cousin Johann Ludwig Bach zehn Jahre früher verwendete. Bach führte diese Kantaten seines Cousins in Leipzig auf, aber er mochte die Texte so sehr, dass er seine eigene Version schaffen wollte.

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